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Bumbelfuss:

Was ist ein Bumbel:

Bumbelfuss (Ballenabzess) oder auch Pododermatitis bei Rattenfüssen, ist ein Sohlengeschwür aufgrund von Haltungsfehlern oder einer Fehlbelastung der Gelenke!

Durch kleinste Verletzungen der Haut, treten Bakterien (Staphylokokken) in die Wunde ein. Wodurch nicht selten auch eine eiternde Wunde entstehen kann, ebenso entsteht nicht selten um die wunde wildes Fleisch und somit verbunden bösartige Entzündungen!

Ein Besuch beim Tierarzt ist daher bei einem Bumbel unumgänglich, denn durch die Entzündung entstehen dem Tier Schmerzen und es muß Medikamente nehmen.

Der Bumbel tritt meistens nur an den Hinterpfoten auf.
 

Was passieren kann, wenn nicht behandelt wird:

Wenn der Bumbel unbehandelt bleibt und extrem entzündet und ausgebreitet ist, kann
e
ine infektiöse Entzündung des Knochenmarkes der Fußknochen nicht ausgeschlossen werden.

Ebenso können offenen, eitrige Stellen, Geschwüre, sowie Schwellungen der Gliedmaßen nicht ausgeschlossen werden.

Somit würde der Fuß und evtl auch das Bein komplett zerstört werden und es würde evtl nur noch eine Amputation oder eine OP helfen, in der der Bumbel und die angegriffenen Knochen “ausgeschabt” werden, wenn das noch möglich ist.

Dann würde es so keine Heilung mehr geben und es würde dann eine Amputation des Fusses in Frage kommen oder eine Op indem der “Bumbel” ausgeschabt wird incl. evtl. angegriffener Knochen.

Durch diese extremen Schmerzen, die das Tier dann hat, wird das Wohlbefinden und natürlich auch Mobilität eingeschränkt.
 

 
Wie entsteht ein Bumbelfuss:


1. Durch Haltungsfehler wie z.B.

- Gitteretagen im Käfig
- feuchtes Einstreu und vollgepiselte, verdreckte Zeitungen
- ungeeignetes Einstreu, was so picksig ist und sich in die 
 Füsse pickst.
- allgemeine Hygienemangel im Käfig
- harter Untergrund

2. Durch Fehlbelastung der Gelenke, wie z.B.

- Übergewicht, Fettleibigkeit, denn dadurch werden andere Gliedmassen falsch belastet.
- ebenso können Brüche dazu führen, da auch hier andere Gliedmassen entlastet werden
-

Was sind Anzeichen für ein Bumbel?

Bei ersten Anzeichen eines Bumbels sind z.B.

- die Haut wird rissig und dünner
- es ist ein kleiner roter Punkt zu sehen (Drucknekrose)
- der Ballen kann anschwellen

Fortgeschrittene Anzeichen eines Bumbels sind z.B.:
- eine offene Wunde am Ballen
- roter Punkt mit gelben Punkt (Eiterherd in der Mitte)
-
 

Behandlung im Anfangsstadium:

Die Behandlung gestaltet sich sehr schwierig und ist eigentlich ein Graus für jeden Rattenbesitzer!

Man sollte den Bumbel mit einer Zink-Lebertransalbe, z.B. Mirfulan mehrmals täglich einsalben. Damit die Salbe nicht gleich wieder abgelaufen wird, die Ratte etwas auf dem Arm halten.

Dann wird die Gabe von Vitaminen empfohlen, und von geschälten Sonnenblumenkernen.Etwas
Karotte raspeln und Leinöl drüber geben, damit das Vitamin A verwertet werden kann.

Weiter sollte evtl. ein Antibiotikum gegeben werden, das verhindert, das sich der Bumbel weiter ausweitet. Denn die Erkrankung ist auch knochenübergreifend und kann so Gelenke angreifen. Und es sollte in Erwägung gezogen werden, ob evtl ein Schmerzmittel z.B. Metacam gegeben wird.

Man könnte auch Desinfektionsmittel auf Jodbasis, das die Wunde auch gleichzeitig verödet, drauf tun und dann versuchen diese weichen Mullkompressen leicht rumzuwickeln.

Während der gesamten Behandlungszeit muss unbedingt der Käfig immer trocken und sauber gehalten werden!!

Der gesamte Käfig sollte gut gepolstert werden mit dicken Lagen von Zeitungen und Tüchern oder Vliesstoffen.

Dabei darauf achten, das es keine fusselnden Tücher sind, damit die nicht in der Wunde kleben bleiben

Ebenso müssen bei dicken Tieren die Fütterungsbedingungen geändert werden und die Haltungsbedingungen optimiert werden.

Diese müssen regelmässig gewechselt werden, die Zeitungen aus den Häuser täglich säubern.

In der Rodentia Nr. 55 (Ausgabe Mai/Juni 2010) wurde von Judith Hößel sehr schön eine Bumblefoot-Prophylaxe beschrieben.

Man kann über dem Abszess Hühneraugen-Druckschutzringe z.b. von Hansaplast anbringen, um den Abszess selbst zu entlasten und zu schonen, damit er besser abheilen kann. Die Ratten merken normalerweise, dass ihnen das den Schmerz nimmt und lassen die Druckschutzringe dran, in das kleine Loch kann man dann auch prima die Salbe tun.

ACHTUNG:
Die Druckschutzringe dürfen niemals auf eine auf eine Wunde draufgeklebt werden.
Es ist als Bumblefoot-Prophylaxe zu bezeichnet, nicht als Behandlung.

Zitat Judith Hößel:
In allen Fällen möglichst viel Polstern und da wo es geht mit den Pflastern arbeiten. Wichtig auch, wenn nur auf einer Seite ein Bumble ist, ist es richtig wichtig, den zweiten, gesunden Fuß mit einem Filz-Ring zu polstern. Der ist durch die permanente Schonhaltung erst recht gefährdet auch noch nen Bumble zu kriegen und wenns erstmal auf beiden Füßen ist, ists echt horror.
Zitat Ende

Behandlung im fortgeschrittenem Stadium:

Ist der Bumbel fortgeschritten, sollte man einen Verband anlegen. Eine Methode dazu gibt es hier. Die sogenannte Traumasive-Methode.

Ebenso kann man verschieden antibiotische Salben z.B. Neobac auftragen, wenn es doch schon “ausgeartet” ist.
 
Eine gründliche Reinigung und Desinfektion der Wunde ist unerlässlich, z.B. mit Rivanol.

Krusten müssen aufgeweicht werden und ganz vorsichtig entfernt werden.
Da Entzündungen im Fuß vorhanden sind, sollten die antibiotisch behandelt werden.(evtl auch oral), natürlich nach Rücksprache mit dem Tierarzt.

Es gibt auch enzymatischen Salben wie z.B. Nekrolytan, die zur Gewebeneubildung sinnvoll sind, diese sollten oder dürfen aber erst angewandt werden, wenn das entzündete Gewebe weg ist.

Sobald KEINE nekrotischen Stellen mehr vorhanden sind, sollte die Salbe auf reepithelisierungsfördernde Salbe, z.B. Actihaemyl-Salbe umgestellt werden und mit der antibiotischen Versorgung kombiniert werden.

Wenn offene Geschwüre oder schlimme Schwellungen am Fuß zu erkennen sind, sollte eine Röntgenaufnahme angefertigt werden, um zu sehen, in wie weit die Knochen schon mit einbezogen sind.

Eine Rattenhalter haben da dann gute Erfahrung mit Lotagen gemacht.

Desweiteren sollten evtl. Abstriche gemacht werden um zu sehen, welche Keime es sind, damit Resistenzen der Keime ausgeschlossen werden kann, bei einer möglichen Antibiotikumgabe.

Zitat judith Hößel:
Wenn an den Seiten schon das Fleisch rauswächst haben einige auch gute Erfahrungen mit Lotagen gemacht, das ist was ähnliches wie Jod, verödet aber auch noch. Das brennt etwas, erreicht aber in manchen Fällen tatsächlich, dass sich das Fleisch zusammenzieht und zurückgeht. Außerdem ist es in dem Statium sinnvoll, Lotagen zuhause haben, weil die Bumbles gerne stark bluten, wenn sich das Fleisch ablöst und mit dem Lotagen bringt man Blutungen zum Stillen (an der Stelle sinnvoll, ansonsten ists ja auch mal gut, wenns etwas blutet, reinigt ja).
Zitat Ende

Zitat Judith Hößel:
In allen Fällen möglichst viel Polstern und da wo es geht mit den Pflastern arbeiten. Wichtig auch, wenn nur auf einer Seite ein Bumble ist, ist es richtig wichtig, den zweiten, gesunden Fuß mit einem Filz-Ring zu polstern. Der ist durch die permanente Schonhaltung erst recht gefährdet auch noch nen Bumble zu kriegen und wenns erstmal auf beiden Füßen ist, ist es echt Horror.
Zitat Ende

Weiter sollte evtl auch eine lokale Antibiotikagabe erfolgen, z:b Baytril oder Marbocyl.

Eine Behandlungsmethode wäre die Kyrotechnik (Tieftemperaturtechnik) .

Bei dieser Technik wird das kaputte Gewebe mit Stickstoff gefroren, aufgetaut und nochmals gefroren. Das ganze geschieht lokal.

Einige sagen man könnte die Kyrotechnik auch in schweren Fällen anwenden
Eine einmalige Anwendung soll ausreichend sein.

Andere sagen, Kryotechnik sollte man nur im Anfangsstadium anwenden.

Dann gibt es noch die Operation, in der das kaputte Gewebe ausgeschabt wird und wenn der Knochen angegriffen ist, dieser auch, in soweit es noch sinnvoll ist.

Allerdings ist es bei dieser OP sehr schwer die Naht unten an der Fusssohle zu machen, da es ja ziemlich wenig Haut ist. Ich habe dies OP aber schon 2 mal sehr erfolgreich machen lassen.

Wenn gar nichts mehr hilft und das Alter, der Gesundheitszustand etc. es zulassen käme auch eine Amputation der Gliedmassen in Frage

Wie vermeide ich einen Bumbel?

- keine Gitterböden im Käfig
- keine harten Untergründe
- auf vernünftige rattengerechte Ernährung achten, somit Übergewicht vermeiden

- saubere Käfige
- gepolsterte Etagen mit Zeitungen


Quellen:
Druckschutzringe und Zitate von Judith Hößel, München,
Leitsymtome bei Hamster, Ratte, Maus und Rennmaus,
Traumsasiv-Methode von Linda Lavecchia
Erfahrungen meinerseits


Ein sehr schönes Beispiel und auch sehr verdeutlichte Behandlung gibt es hier und
hier Bilder, wo der Ratz leider erlöst werden mußte

FAZIT:
Bumbles machen ziemlich, ziemlich viel Arbeit und sind sehr zeitintensiv und leider schaffen es einige nicht!

 

 

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